Shop    Glossar    Impressum

 

DE    EN

ARR® Zentrum für
Anatomisch Richtiges Reiten

Rittorpweg 57
47574 Goch
Deutschland
 
Telefon: +49 (0) 2823 97555 09
Fax: +49 (0) 2823 97555 10
Telefon (Mobil): +49 (0) 172 14 13 294
Telefon (Mobil): +49 (0) 172-211 73 13
E-Mail: info@arr.de

Volltextsuche

ANATÓMIAILAG HELYES LOVAGLÁS

Das bedeutet «Anatomisch Richtiges Reiten» auf Ungarisch! Wir freuen uns sehr über die Medienpräsenz im Pferdeland Ungarn mit dem ersten Artikel in der Zeitschrift LOVAS ELET.

Zum Artikel

 

Erfahrungsbericht zum Kurs in Zöthen

22. - 24. Mai 2016

zum Eintrag

 

ARR-Trainerin in dänischer Pferdezeitschrift

Die große dänische Pferdezeitschrift RIDEHESTEN widmete der ARR-Trainerin Gitte Vestergaard zwei Artikel, in denen sie erklärt, wie gewisse Trainingsinstrumente helfen können, das Potenzial des Pferdes zu entwickeln - mit einem Film, der auch ohne Dänischkenntnisse lehrreich und verständlich ist.

mehr

 

Info-Flyer

Der Flyer mit vielen Informationen rund um das Zentrum für Anatomisch Richtiges Reiten ARR.

Download Flyer (pdf)

 

zu Facebook

 

Besuchen Sie uns auf Youtube

 

 

Gästebuch

Gästebuch

 

ARR ist Rücken-Kur für Pferd und Mensch

Rusalka, 11 Jahre, Westfalenstute

Der Schmied war da. Und war sehr zufrieden. Das erste Mal nach Jahren, dass unsere Rusalka ihre Hufe hinten beim Bearbeiten ordentlich gegeben habe. Er erkundigt sich, wo wir mit ihr waren und was mit ihr gemacht wurde. Und mahnt uns, dran zu bleiben, damit das gute Ergebnis bleibt.

Ja, das haben wir auch vor. Aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt… Unser erster Schritt begann nach einer längeren verletzungsbedingten Stehpause. Wir beschlossen 2015 für unsere inzwischen elfjährige Westfalenstute Rusalka einen kompletten Neuanfang zu wagen.

In den vergangenen Jahren hatten sich in regelmäßigen Abständen Tierärzte und Osteopathen bei uns die Klinke in die Hand gegeben - und das nicht aufgrund von Verletzungen. Mal ging sie lahm, mal lief sie unter dem Sattel davon. Ursache nicht zu finden. Selten kamen wir längere Zeit ohne Herumdoktorn an Symptomen aus.

Ergänzend sollte ich erwähnen, dass mein Rücken auch nicht mehr das ist, was er mal war: Die Bandscheiben sind abgenutzt, so dass die Wirbel der Brustwirbelsäule aufeinander reiben (bei Pferden würde man dies Kissing Spine nennen). Eigentlich wäre Reiten auf Grund der gleichmäßigen Belastung auf beiden Seiten gar keine schlechte Sportart - wenn das Pferd den Reiter denn in die Bewegung mitnähme, aber so?

Rusalka ist eine Stute mit nicht ganz optimalen Körperbau bei einem Stockmaß von 1,75 m, die seit Anfang 2009 als Freizeitpferd in unserem Besitz ist. Sie ist dressurmäßig ausgebildet und hat Springvermögen. Mit dem Stallwechsel nach ihrem Unfall trafen wir etliche andere Reiterinnen, die uns andere Arbeitsweisen mit dem Pferd näherbrachten. Hier hörten wir das erste Mal von Familie Schöneich.

Auf Empfehlung haben wir einen Kurs in Großefehn mit Herrn Klaus Schöneich im September 2015 gebucht, um seine Arbeitsweise kennen zu lernen. In dem Kurs hat Herr Schöneich uns mit seiner präzisen Arbeit und dem von langjähriger Erfahrung geprägten souveränen Umgang mit den unterschiedlichsten Pferden überzeugt.

Kurzentschlossen buchten wir in der darauffolgenden Woche für Rusalka einen Platz zur Schiefen-Therapie im Zentrum für Anatomisch Richtiges Reiten (ARR) in Bedburg-Hau. Unsere Idee war, sie bis unter den Sattel im ARR ausbilden zu lassen. Da Rusalka zu diesem Zeitpunkt keinen passenden Sattel mehr hatte, und auch keinen neuen Dressursattel akzeptierte, dachte ich bereits an einen Westernsattel, hatte aber Zweifel. Sie hat körperbaubedingt eine schwierige Sattellage und ist kein kleines Westernpony. Acht Wochen hatten wir zunächst angesetzt, um Rusalka neu aufzubauen.

Innerhalb kürzester Zeit veränderte sich Rusalkas Körper und Bewegungsablauf. Bereits bei meinem ersten Besuch nach einer guten Woche konnte ich deutliche Änderungen feststellen. Die noch immer vorhandenen Muskelatrophien waren zurückgegangen. Sie arbeitete mit aktiver Hinterhand und trat besser unter ihren Schwerpunkt, wodurch die Vorhand deutlich leichter wurde. Eine erste Ahnung von dem Potential, das in diesem Pferd steckt. Bei den nächsten Besuchen konnten wir eine kontinuierliche Weiterentwicklung beobachtet werden. Rusalka ging es rundum gut. Das Fell glänzte, der tägliche Weidegang tat ein Übriges für das allgemeine pferdische Wohlbefinden.

Was uns besonders gut gefallen hat, ist, dass im ARR das Pferd ganzheitlich betrachtet wird. Es stehen kompetente Hufschmiede, Sattler, Ärzte und Chiropraktiker in engem Kontakt mit dem ARR. Das Pferd wird auf Herz und Nieren untersucht und insgesamt so behandelt, dass es in die Lage versetzt wird, seiner Aufgabe als Reitpferd gerecht zu werden. Der Huf und/oder Beschlag wird ggf. korrigiert, Verspannungen auch in der Tiefe gelöst. Die Schiefen-Therapie bewirkt dann ein Übriges, um das Pferd in der Bewegung gerade zu richten und Muskeln aufzubauen, so dass es schließlich in der Lage ist, einen Reiter ohne Schaden zu tragen.

Besonders schön war für mich, Rusalka das erste Mal wieder unter einem Sattel zu sehen. Zunächst trug sie den für sie angepassten Westernsattel. Sie lief ruhig und rannte nicht mehr unter dem Sattel davon. Danach vereinbarten wir einen Termin zum Kauf eines neuen Westernsattels. Auch hier bekamen wir tolle Unterstützung durch Frau Rachen-Schöneich und fanden einen gut passenden Westernsattel.

Und dann… Nach gefühlter Ewigkeit das erste Mal wieder im Sattel zur Sitzschulung an der Longe bei Frau Rachen-Schöneich. Aussitzen im Trab?! Ich?! Aua, können wir das nicht auslassen? Schritt und Galopp meinetwegen, aber – Trab? Ich biss schon mal die Zähne zusammen und bemühte mich locker zu bleiben. Und siehe da, plötzlich ging, was noch nie funktioniert hat: Aussitzen im Trab. Am nächsten Tag fühlte sich mein Rücken fantastisch an. Reiten mit einem korrekt laufenden Pferd kann also tatsächlich die reinste Gesundheitskur für den Rücken sein!
Wir haben unser Ziel, Rusalka wieder unter dem Sattel zu haben erreicht. Natürlich stehen wir immer noch am Anfang. Die nächsten Schritte werden regelmäßige Kontrollen unserer Arbeit mit Rusalka im ARR sein. Da sich ihr Bewegungsablauf enorm verändert hat, müssen wir noch am Galopp arbeiten: Der aufwärtsgesprungene Galopp ist wackelig und Rusalka neigt dazu, die fehlende Balance mit Geschwindigkeit zu kompensieren. Hierfür planen wir einen weiteren Aufenthalt im ARR sobald die Finanzierung steht.

Alles in allem lohnt sich für Pferdebesitzer die Schiefen-Therapie im ARR. Den Kosten stehen die Einsparungen beim Tierarzt gegenüber, so dass es sich auf jeden Fall rechnet. Aber dranbleiben: Muskeln bauen sich innerhalb kürzester Zeit ab, schlechte Angewohnheiten abzulegen dauert ewig. Glücklich ist, wer jemanden in der näheren Umgebung hat, der sich ein bisschen auskennt und mal draufschauen kann, ob die Arbeit in die richtige Richtung geht. Wichtig ist nicht aufzugeben und auf gar keinen Fall in die alten Muster zurückfallen! Ansonsten mal wieder einen Kurs besuchen oder ab mit dem geliebten Vierbeiner ins ARR zur Kontrolle.


zurück