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Andiyara, 9, Belgisches Warmblut

Nach der Pensionierung meiner Stute war schnell klar, dass ich nicht ohne Pferd sein möchte und so begann die Suche nach einem neuen.

Nach ein paar Monaten Suche hat sich meine jetzige Stute eher mich ausgesucht als umgekehrt. Der Vorbesitzer war sehr offen mit mir und hat mir einiges über sie erzählt. Man weiss jedoch nicht genau, was alles passiert ist, auch von Barren war die Rede.... Beim Probereiten war sie sehr lieb und hat alles mitgemacht. So habe ich sie auf Probe mitgenommen und dann auch behalten. Nach einigen Nachforschungen habe ich herausgefunden, dass sie innerhalb von zwei Jahren in der Schweiz sieben verschiedene Besitzer hatte, einen Unfall in der Führmaschine hatte, in einer Boxe ohne Tageslicht gelebt hatte und geschlagen evtl. auch gebarrt wurde.

Dass sie schnell gestresst war, das wusste ich und mit dem konnte ich eigentlich gut umgehen. Den Sommer hindurch lief sie akzeptabel – mal besser mal weniger gut, mal mehr gestresst mal weniger – aber immer sehr brav. Auf den Herbst hin wurde sie immer gestresster, was dann in «Rodeo» endete. Meine Osteopathin hatte sie durchgecheckt, der Sattel wurde überprüft usw. Trotzdem wurde es nicht besser. Irgendwann wurde sie im Handling und Reiten so schwierig und auch gefährlich, dass wir wussten, wir müssen was ändern – so geht es nicht weiter.

Die Schiefen-Therapie® war mir zwar ein Begriff, aber alleine umsetzen – ohne Erfahrung – ging natürlich nicht. Nach einem langen Gespräch mit Andrea Heimgartner war für mich klar, Andiyara soll nach Goch. Herr Schöneich hat sofort zugesagt, dass sie kommen darf. Ein paar Wochen später fuhr sie los. Schon wieder ein Stallwechsel – das fiel mir nicht ganz leicht. Ich wusste aber, dass Andiyara jetzt geholfen wird.

In Goch wurde sofort ein PSSM2-Test gemacht und die Stute direkt auf das entsprechende Futter umgestellt, was genau der richtige Entscheid war: Das Testergebnis war positiv. Sie wurde barhuf umgestellt und darf mit einer Pferde-Freundin den ganzen Morgen die Weide genießen. Herr und Frau Schöneich betreuen sie mit sehr viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Wissen. Die Veränderung innerhalb der letzten drei Monate ist unglaublich und das Pferd wie ausgewechselt innerlich wie äußerlich. Mit viel Geduld bringen mir Andiyara und die Familie Schöneich nun die Schiefen-Therapie® bei. Während Andiyaras Trainingsaufenthalt habe ich zwar Fotos und Videos bekommen, aber das live zu sehen, ist nochmals was ganz anderes. Am liebsten hätte ich sie direkt mit nach Hause genommen, aber ich freue mich auch, dass sie noch zwei Monate in Goch sein darf.

Für mich ist klar, auch wenn der Weg für uns nach Goch ein langer Weg ist, es wird nicht unser letzter Aufenthalt am Zentrum für ARR sein – nur das nächste Mal soll sie in einem besseren Zustand dort ankommen.

Melanie Frischknecht